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Raspberry Pi NAS einrichten: Eigener Cloud-Server für Zuhause


In diesem Guide zeigen wir Schritt für Schritt, wie du mit einem Raspberry Pi einen eigenen NAS-Server aufbaust. Ideal als Alternative zu iCloud oder Google Drive – für mehr Kontrolle, Flexibilität und Datenschutz im eigenen Netzwerk.

Benötigte Komponenten

  • Raspberry Pi 4 oder 5 mit mindestens 4GB RAM
  • Netzteil
  • Storage
  • LAN-Kabel
Einleitung

In einer zunehmend digitalen Welt werden Daten immer stärker in zentralisierten Cloud-Diensten gespeichert. Anbieter wie Google Drive, iCloud oder Dropbox bieten zwar einen schnellen Einstieg und oft kostenlose Speicheroptionen, doch diese sind meist nur der Anfang eines langfristigen Abomodells. Mit wachsendem Speicherbedarf steigen auch die monatlichen Kosten – und gleichzeitig gibt man einen großen Teil der Kontrolle über die eigenen Daten ab.

Ein eigener NAS-Server auf Basis eines Raspberry Pi bietet hier eine interessante Alternative. Statt laufender Kosten pro Gigabyte investiert man einmalig in Hardware und erweitert den Speicher flexibel über klassische Festplatten. Damit entsteht eine skalierbare und unabhängige Lösung, die sich individuell anpassen lässt.

Besonders spannend wird das Setup durch zusätzliche Software wie Nextcloud für Cloud-Funktionen oder Pi-hole für Netzwerk- und Werbeblocker. So wird aus dem Raspberry Pi nicht nur ein Speicherort, sondern ein vielseitiger Mini-Server für das eigene Netzwerk – ideal für Backups, Medienbibliotheken oder private Datenablage.

In diesem Beitrag zeigen wir Schritt für Schritt, wie du deinen eigenen Raspberry Pi NAS einrichtest – von der Vorbereitung bis zum fertigen System.

Gehäuse und Kühlung – der erste Schritt zum eigenen NAS

Bevor die Software eingerichtet wird, steht der physische Aufbau des Systems im Fokus. Der Raspberry Pi wird dabei in ein passendes Gehäuse eingesetzt, das sowohl Schutz als auch eine saubere Integration der Komponenten ermöglicht.

Für ein NAS-Setup empfiehlt sich ein Gehäuse, das neben dem Raspberry Pi auch eine oder mehrere SSDs oder Festplatten aufnehmen kann. Viele Modelle bieten bereits integrierte Mounts sowie eine saubere Kabelführung über USB- oder SATA-Anbindungen.

Ein oft unterschätzter Punkt ist die Kühlung. Da der Raspberry Pi im Dauerbetrieb als Server arbeitet, kann es unter Last zu einer spürbaren Wärmeentwicklung kommen. Daher sollte entweder ein aktives Gehäuse mit Lüfter oder zumindest ein gut belüftetes passives Kühlsystem verwendet werden. Ein kleiner, temperaturgesteuerter Lüfter sorgt hier für konstante Performance und verhindert Drosselung durch Überhitzung.

Nach dem Einsetzen des Raspberry Pi und der Speicherlösung sowie dem Anschluss der Kühlung ist die Hardware-Basis für den weiteren Aufbau bereits vollständig vorbereitet.

Raspberry Pi OS installieren – Setup mit dem Raspberry Pi Imager

Die folgenden Schritte werden zusätzlich durch eine Bildergalerie begleitet, die den gesamten Prozess im Raspberry Pi Imager visuell zeigt. Der Text dient als ergänzende Erklärung für alle, die lieber eine schriftliche Anleitung nutzen oder einzelne Schritte im Detail nachvollziehen möchten.

Bevor es losgeht, muss zunächst der Raspberry Pi Imager von der offiziellen Website heruntergeladen und installiert werden. Die Software ist kostenlos und für Windows, macOS sowie Linux verfügbar.

Nach dem Start des Imagers beginnt der eigentliche Setup-Prozess.

Zuerst wird das passende Betriebssystem ausgewählt. Für ein NAS-Setup empfiehlt sich in der Regel Raspberry Pi OS Lite (64-bit). Diese Variante verzichtet auf eine grafische Oberfläche und ist dadurch besonders ressourcenschonend für den Dauerbetrieb als Server geeignet.

Anschließend wird das Ziellaufwerk ausgewählt, also die SD-Karte oder SSD, auf die das System geschrieben werden soll.

Im nächsten Schritt können über die erweiterten Einstellungen (Zahnrad-Menü bzw. „Advanced Options“) bereits wichtige Grundkonfigurationen vorgenommen werden:

  • Hostname zur eindeutigen Identifikation im Netzwerk
  • Aktivierung von SSH für den Remote-Zugriff
  • Benutzername und Passwort
  • WLAN-Konfiguration (optional, nur falls kein LAN-Kabel verwendet wird)
  • Zeitzone und Tastaturlayout

Der WLAN-Schritt kann dabei problemlos übersprungen werden, wenn der Raspberry Pi später über Ethernet (LAN) ins Netzwerk eingebunden wird. In diesem Fall übernimmt die kabelgebundene Verbindung automatisch die Netzwerkanbindung.

Diese Voreinstellungen sorgen dafür, dass der Raspberry Pi nach dem ersten Start direkt im Netzwerk erreichbar ist, ohne dass eine manuelle Erstkonfiguration notwendig ist.

Nach dem Schreiben des Images wird das Medium sicher ausgeworfen und in den Raspberry Pi eingesetzt. Beim ersten Boot führt das System die automatische Initialisierung durch und steht anschließend im lokalen Netzwerk zur Verfügung.

IP-Adresse prüfen und erste Verbindung herstellen

Nach dem ersten Start des Raspberry Pi geht es darum, das Gerät im Netzwerk zu finden und die Erreichbarkeit zu prüfen. Dafür wird zunächst die vom Router vergebene IP-Adresse benötigt. Diese lässt sich in der Regel in der Router-Oberfläche im Bereich „Netzwerk“, „Heimnetz“ oder „verbundene Geräte“ einsehen.

Für eine saubere und stabile Einrichtung empfiehlt es sich, direkt im Router eine DHCP-Reservierung (feste IP-Zuweisung) zu setzen. Dabei wird die MAC-Adresse des Raspberry Pi mit einer festen IP-Adresse verknüpft. Dadurch bleibt die Adresse dauerhaft gleich, was die spätere Verwaltung und den SSH-Zugriff deutlich vereinfacht.

Erreichbarkeit testen (Ping)

Bevor die eigentliche Anmeldung erfolgt, kann zunächst geprüft werden, ob der Raspberry Pi im Netzwerk erreichbar ist. Dafür wird ein Ping-Befehl verwendet:

ping IP-ADRESSE

Wenn der Pi erreichbar ist, antwortet das System mit regelmäßigen Rückmeldungen wie z. B.:

64 bytes from 192.168.x.x: icmp_seq=1 ttl=64 time=2.31 ms

Der Test läuft kontinuierlich weiter, bis er manuell beendet wird.

  • macOS / Linux: Control + C
  • Windows (PowerShell): Strg + C
Erste SSH-Verbindung

Sobald die IP-Adresse bestätigt ist, erfolgt der Zugriff über SSH.

  • macOS & Linux: Terminal
  • Windows: PowerShell oder Windows Terminal

Die Verbindung wird so aufgebaut:

ssh benutzername@IP-ADRESSE

Beim ersten Verbindungsaufbau erscheint eine Sicherheitsabfrage bezüglich des sogenannten „Fingerprint“. Diese muss mit „yes“ bestätigt werden.

Anschließend wird das zuvor gesetzte Passwort eingegeben. Während der Eingabe werden keine Zeichen angezeigt – das ist normal.

Nach erfolgreicher Anmeldung befindet man sich direkt im Terminal des Raspberry Pi.

System aktualisieren

Als nächster Schritt sollten die Pakete aktualisiert werden:

sudo apt update && sudo apt upgrade -y

Dieser Vorgang kann je nach System und Internetverbindung einige Minuten dauern.

NAS-Software installieren – Auswahl des Webinterfaces

Nach der grundlegenden Systemeinrichtung folgt der wichtigste Schritt: die Installation der NAS-Software. Diese stellt später die Weboberfläche bereit, über die Speicher, Nutzer und Anwendungen verwaltet werden.

OpenMediaVault (OMV)

Eine der bekanntesten Lösungen für Raspberry Pi NAS-Systeme ist OpenMediaVault. Die Installation erfolgt über ein automatisiertes Skript:

wget -O - https://github.com/OpenMediaVault-Plugin-Developers/installScript/raw/master/install | sudo bash

Nach der Installation ist das Webinterface über die IP-Adresse des Raspberry Pi erreichbar.

CasaOS (verwendete Lösung)

In diesem Projekt wurde CasaOS verwendet, da es besonders leichtgewichtig und einsteigerfreundlich ist. Die Installation erfolgt über einen einzelnen Befehl:

curl -fsSL https://get.casaos.io | sudo bash

Nach der Installation stellt das System automatisch eine Weboberfläche bereit, die über die IP-Adresse des Raspberry Pi erreichbar ist.

Im begleitenden Video wird der Installationsprozess exemplarisch mit CasaOS gezeigt. Die Vorgehensweise ist jedoch bei den meisten NAS-Systemen sehr ähnlich.

Festplatten anschließen

Sobald die NAS-Software installiert ist und das Webinterface erreichbar ist, können die Festplatten angeschlossen werden. Diese werden in der Regel automatisch erkannt und können anschließend im jeweiligen System eingebunden und formatiert werden.

Häufiges Problem bei Nextcloud: „Untrusted Domain“

Bei der Installation von Nextcloud über CasaOS kann es in manchen Fällen zu einer Fehlermeldung beim ersten Aufruf kommen, beispielsweise „Untrusted domain“.

Nextcloud erlaubt standardmäßig nur bekannte Domains oder IP-Adressen. Wird die Oberfläche über eine nicht hinterlegte Adresse aufgerufen, wird der Zugriff blockiert.

In klassischen Installationen wird dieses Problem über die Datei config.php gelöst, in der die erlaubten Domains definiert sind.

In CasaOS- oder Docker-Umgebungen kann die Lösung jedoch auch über die App-Konfiguration oder Umgebungsvariablen erfolgen, da sich die Konfigurationsdatei innerhalb des Containers befindet.

Dieses Problem kann auftreten, muss aber nicht. Falls kein Fehler erscheint, kann dieser Schritt übersprungen werden.

Eigenes Serverrack als 3D-Druck – STL Download

Ergänzend zum Projekt wurde ein eigenes Gehäuse im CAD entwickelt, das speziell auf den Einsatz als kompaktes NAS-System ausgelegt ist.

Das Design bietet Platz für folgende Komponenten:

  • 1x 3,5" HDD
  • 1x 2,5" HDD
  • 1x SSD
  • Raspberry Pi

Das Ziel war eine platzsparende, modulare Lösung, die sowohl funktional als auch optisch sauber in ein Setup integriert werden kann.

Die passende STL-Datei für den 3D-Druck steht zum Download zur Verfügung und kann individuell angepasst oder erweitert werden.

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